Montag, 11.10.2010  

 


Nächste Veranstaltung >
Martinus-Musik:
06.01.2011 - 19.00 Uhr
Prof. Werner Lechte - Marcel Brenneke

 


Orgellexikon

Hier werden nur die Technischen Begriffe der Orgel einfach erklärt. Die Liste ist nicht vollständig.
* Abstrakte:
dünnes Holz- bzw. Leichtmetall-Leistchen, dient zur mechanischen Verbindung zwischen Ventil und Taste
* Disposition:
Aufbauplan der Orgel, enthält Angaben über Register, Werke, Tastenumfang, Spielhilfen, etc., und damit über die klanglichen Möglichkeiten des Instrumentes
* Fuß ( ´ ):
altes Längenmaß (ca. 30 cm); gibt im Orgelbau die Tonhöhe eines Registers an. Die Orgel hat im Gegensatz zu anderen Tasteninstrumenten (z.B. dem Klavier) verschiedene Tonhöhen. Dabei gibt die Fußzahl (z.B. Principal 8´) die Länge einer der jeweiligen Tonhöhe entsprechenden offenen Pfeife auf der tiefsten Taste C an. In unserm Fall ist die größte Pfeife des Principal 8´ 2,40m lang.
* Hauptwerk:
Manualwerk mit den größten Principalregistern und den kräftigsten Mixturen.
* Intonation:
Durch die Intonation wird Klangfarbe, Klangstärke und Ansprache jeder einzelnen Pfeife eines Registers entsprechend dem Raum, den anderen Pfeifen und den Pfeifen der anderen Register festgelegt.
* Koppel:
macht die Register eines Manuals zusätzlich in einem anderen Manual oder dem Pedal spielbar.
* Labialpfeifen:
oder Lippenpfeifen, benannt nach dem Labium, dem Pfeifenmund. Dies bezeichnet die Öffnung zwischen Pfeifenfuß und Pfeifenkörper. Aufbau und Tonerzeugung entsprechen in etwa der Blockflöte (natürlich ohne die Klappen). Sie machen den größten Teil des Pfeifenbestandes aus.
* Manual:
die von den Händen gespielte Klaviatur, mit meist 4 - 5 Oktaven Tastenumfang. Eine Orgel hat zwischen einem oder fünf Manualen. Der Regelfall ist aber zwei bis drei.
* Mensur:
Maßverhältnis der einzelnen Teile der Orgelpfeife. Wird vom Orgelbauer entsprechend der gewünschten Klangcharakteristik und den Anforderungen des Raumes berechnet. Insbesondere versteht man darunter die Weitenmensur (also den Querschnitt) der Labialpfeife. Mit dem Querschnitt ist auch die Unterscheidung der Registerfamilie verbunden: Principale mit mittlerer, Flöten mit weiter und Streicher mit enger Mensur.
* Metall:
Das zur Herstellung von Pfeifen verwendete "Orgelmetall", ist eine Legierung aus Zinn und Blei in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen. Je nach Mischung ergibt sich eine unterschiedliche Klangfarbe.
* Pedal:
Die mit den Füßen gespielte Klaviatur. Umfasst 2 - 3 Oktaven und gibt dem Orgelklang das Fundament - den Baß. Daher sind im Pedalwerk auch die größten Pfeifen zu finden.
* Positiv:
entweder kleine einmanualige Orgel, oder:
Nebenwerk, häufig als Rückpositiv im Rücken des Spielers an der Emporenbrüstung angebracht.
* Prospekt:
Schauseite der Orgel, meist mit Pfeifen aus Metall (z.B. Principal) gestaltet.
* Register:
Ein Register ist eine Pfeifenreihe einheitlicher Bauform und Klangcharakteristik, enthält für jede Taste einer Klaviatur eine (bei mehrfach Registern, z.B. Mixtur, Sesquialter,etc. auch mehrere) Pfeife. Es kann einzeln ein- oder abgeschaltet werden. Die Registerbezeichnungen geben Hinweise auf die Bauform (Gedackt, Spitzflöte, Rohrflöte), das Material (Holzprincipal, Bleigedackt), die Tonhöhe (Oktave, Quinte, Subbaß), die Aufstellung (Hintersatz, Praestant), den Klangcharakter (Quintade, Nazard, Scharff, Krummhorn, Cornett), die Zusammensetzung (Mixtur, Sesquialter) oder ein imitiertes Instrument (Gambe, Oboe, Blockflöte, Querflöte, Trompete)
* Schleiflade:
das früher und heute wieder am meisten gebaute Windladensystem. Der Name kommt von den langen, unterhalb der Pfeifen eines Register liegenden Holz- oder Kunstoffleiste (Schleife), die mit Bohrungen versehen sind und durch Hin- und Herschieben das Register ein- oder abschalten.
* Schwellwerk:
Die zum Schwellwerk gehörenden Pfeifen stehen in einem eigenen Gehäuse, das mit senkrechten Jalousien versehen ist. Mit Hilfe eines Fußtrittes am Spieltisch können die Jalousien geöffnet oder geschlossen werden. Dadurch ergibt sich eine Regulierbarkeit der Lautstärke.
* Spieltisch:
Der Spieltisch enthält sämtliche Bedienungselemente der Orgel: Manuale, Pedal, Registerschalter, Spielhilfen, Schwelltritt, u.a.
* Traktur:
Verbindung zwischen Spieltisch und Windlade, überträgt die Befehle von der Taste zum Ventil, bzw. vom Registerzug zur Schleife. Die Traktur kann mechanisch, elektrisch, pneumatisch (durch Winddruck) oder kombiniert (elektro-pneumatisch) sein.
* Werk:
Die Gesamtheit aller Register, die zu einer Klaviatur gehören, nennt man Werk. Sie besteht aus Manual/Pedal, Registerzüge, Traktur, Windlade, Register und Pfeifen, also eine weitgehend selbständige Teilorgel mit eigenem Klangcharakter. Zu einer Orgel gehören normalerweise so viele Werke, wie Klaviaturen vorhanden sind. Sie werden nach ihrer Funktion (Hauptwerk, Pedalwerk, Schwellwerk) oder nach ihrer Funktion (Brustwerk - in der Brust der Orgel über dem Spieltisch - Rückpositiv, Oberwerk, Kronwerk, Seitenwerk, Fernwerk) benannt.
* Wind:
bezeichnet im Orgelbau die zu einem bestimmten Winddruck verdichtete Luft, mit der die Pfeifen angeblasen werden. Heute übernimmt die Winderzeugung ein elektrischer Motor. Die Luft wird in den Bälgen gespeichert und nach Bedarf abgegeben. Ohne Wind - keine Orgel.
* Windlade:
technisches Herzstück der Orgel. Die Windlade ist ein Kasten, auf dem die Pfeifen stehen. Hier wird der Wind in die vom Spieler durch Anschlag der Tasten und der Betätigung der Registerzüge gewünschten Pfeifen geleitet.
* Zungenregister:
Der Ton wird durch ein vom Wind in Schwingung versetztes Messingblatt erzeugt (ähnlich der Mundharmonika oder Klarinette). Der Klang ist hell, leicht schnarrend. Die Registernamen sind meist von Blasinstrumenten übernommen (Trompete, Oboe, Krummhorn, Rankett, Fagott, Klarinette).