Montag, 11.10.2010  

 


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Martinus-Musik:
06.01.2011 - 19.00 Uhr
Prof. Werner Lechte - Marcel Brenneke

 


Kirchenjahr

Der Begriff "Kirchenjahr" wird erstmals 1585 verwendet. Das Kirchenjahr selbst ist schon viel älter und startet seit dem 10. Jahrhundert jeweils mit dem 1. Advent. Der immer gleiche Zyklus soll helfen, das ganze Heilsgeschehen zu durchleben.

Aufbau:
Es gibt zwei Hauptteile: den Osterfestkreis (seit dem 2. Jahrhundert) und den Weihnachtsfestkreis mit Marienfesten (seit dem 4. Jahrhundert). Der Rest wird bezeichnet als "Zeit im Jahreskreis".

Das Zentrum ist der Sonntag. Er ist der Tag der Auferstehung und der erste Tag der Woche. Er ist seither der Tag des Herr und wurde von Kaiser Konstantin 321 zum verpfichtenden Ruhetag gemacht. Lediglich die Bauern durften ihrer Arbeit nachgehen. Der restlichen Bevölkerung wurde die Sonntagsmesspflicht auferlegt. Nur Hoch- und Herrenfeste verdrängen den Sonntag.

Die Woche wurde seit dem Konzil von Trient in verschiedene Votiv-Tage eingeteilt: Montag = Dreifaltigkeit, Dienstag = Schutzengel, Mittwoch = Apostel, Donnerstag = Heiliger Geist, Freitag = Kreuz, Samstag = Maria, Sonntag = Gott. Seit 1970 kennt das Deutsche Messbuch einen 4-Wochen-Zyklus von Votivtagen, die starren Tage fielen damit weg.
Herrenfeste:
Feier von Ereignissen aus dem Leben Christi

Epiphanie (6. Januar)
Taufe des Herrn (Sonntag nach dem 6. Januar)
Darstellung Herrn (2. Februar [Beschneidung, Namensgebung])
Verkündigung des Herrn (25. März [Zeugung])

Ideenfeste:
statische Feste (Heilsfeste sind dynamisch)

Dreifaltigkeitsfest (Sonntag nach Pfingsten)
Fronleichnam (Hochfest des Leibes und Blutes Christi, eingeführt von Johannes XXII, Thomas von Aquin erhielt den Auftrag, Texte zu verfassen, erste Prozession 1274 - 1279 in St. Gereon Köln)
Herz Jesu (1. Freitag des Monats - gegen die Aufklärung)
Christkönig (letzter Sonntag im Jahreskreis - gegen Hitler)
Fest der heiligen Familie (Sonntag nach Weihnachten)

Marienfeste:
8. Dezember (Erwählung, Unbefleckt empfangene Maria)
1. Januar (Hochfest der Gottesmutter Maria)
2. Juli (Mariä Heimsuchung, Maria besucht Elisabeth, Magnificat)
15. August (leibliche Himmelfahrt Marias, eingeführt von Pius X)
8 September (Mariä Geburt)

Gedenktage Maria:
11. Februar (Unsere Liebe Frau von Lourdes)
1. Samstag im Monat (Unbeflecktes Herz Mariens)
16. Juli (Unsere Liebe Frau vom Berg Karmel)
22. August (Maria Königin)
12. September (Mariä Namen)
15. September (7 Schmerzen Mariens)
7. Oktober (Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz)
2. November (Allerseelen)
21.11. (Unsere Liebe Frau von Jerusalem)

Heilgenverehrung:
1. November (Allerheiligen)
an jedem Tag des Jahres wird ein Heiliger verehrt

Lesejahre:
vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil hab es nur ein Lesejahr. Das Zweite Vatikanische Konzil wollte den "Tisch des Wortes reicher decken". Daher wurden drei Lesejahre eingerichtet [A = Matthäus; B = Markus/Johannes; C = Lukas]. Diese Leseordnung bezieht sich nur auf Sonn- und Feiertage.
Die Werktage erhielten eine gesonderte Leseordnung: die Lesungstexte unterteilen sich in Jahr I und Jahr II (je nach Jahreszahl, gerade Jahreszahl z.B. 2006 ergibt Jahr II, ungerade Jahreszahl z.B. 2007 ergibt Jahr I), das Evangelium ist Konstant. Die Advents- und Fastenzeit haben eigene Texte.

Farbensymbolik:
der Farbkanon wurde ab dem 13. Jahrhundert durch Papst Innozenz eingeführt. Verpflichtend wurde die Einhaltung des Farbkanons erst mit dem Konzil von Trient.

weiß (Ostern, Weihnachten, Herrenfeste, Marienfeste, Ideenfeste, Heilige [keine Märtyrer]
rot (Palmsonntag, Karfreitag, Kreuzerhohung, Pfingsten, Aposten- und Märtyrerfeste)
grün (Jahreskreis)
violett (Adventzeit, Fastenzeit, Requiem [auch schwarz])
rosa (Gaudete, Laetare)
Geprägte Zeiten:

Advent:
zuerst in Spanien und Fallien
in Rom ab 6. Jahrhundert mit Quatembertagen durch Gregor I
beinhaltet: Warten auf die Ankunft des Herrn, Vorbereitung
Farbe: Violett
es gibt KEIN Gloria
1.-3. Woche = 1. Hälfte; 4. Woche = 2. Hälfte, o-Antiphonen
Lesungen: Jesaja

Weihnachten:
Fest der Geburt des Herrn am 25.12.
entstand aus dem Staatsfest der "unbesiegbaren Sonne" (Sommersonnenwende)
Christliche Umdeutung des Festes für Christus
Epihpanie wird Tauffest Christi/Weisen aus dem Morgenland
Krippe kommt erst spät in die Kirchen (aus Festspielen)
ab dem 19. Jahrhundert Weihnachtsbäume (Baum des Lebens, Licht des Lebens)
4. Jahrhundert: Hochamt in St. Peter um 9 Uhr
5. Jahrhundert: Christmette in St. Maria Maggiore

Fastenzeit/Quadragesima (40 Tage):
Zeit der Trauer, Buße, Gebetsintensivierung und Vorbereitung
beginnt mit Aschermittwoch (urspr. Austreibung der Sünden, Bußgewand
11. Jahrhundert: Asche aus Palmzweigen
12. Jahrhundert: Segnung der Asche)
Taufvorbereitung/Tauferneuerung
KEIN GLORIA, HALLELUJA

Heilige Woche/Ostertriduum:
Karwoche endet an Gründonnerstag
Lesungen aus Jesaja

Palmsonntag
Liturgie bricht mit Evangelium
Palmweihe
Palmprozession
Passion

Gründonnerstag
letzter Tag der Fastenzeit
es beginnt das Ostertriduum
es ist nur eine Messe erlaubt: Einsetzung des Altarsakraments
am Morgen: Chrisammesse
Fußwaschung
Tabernakel wird geleert, Altar entblößt
Anbetung erinnert an die Nachtwache mit dem Herrn

Karfreitag
15 Uhr Sterbestunde des Herrn
NUR Wortgottesdienst (Lesungen aus Trito Jesaja, Passion nach Johannes)
Kreuzverehrung
Improprien
große Fürbitten

Karsamstag
nur Stundengebet (Trauermetten)
Grabesstille

Osternacht
Osterkerze, Exsultet (=Diakon), Lumen Christi, 7 alttestamentarische Lesungen, Epistel
Gloria, Halleluja
Allerheiligenlitanei
Tauferneuerung/Tauffeier

Osterzeit
50 Tage (7x7+1)
Osteroktav (Einführung der Neugetauften)
Weißer Sonntag (Erstkommunion erst ab 18. Jahrhundert)
2./3. Sonntag der Osterzeit (Erscheinungen des Herrn)
3./4. Sonntag der Osterzeit (Guter Hirte)
letzer Sonntag der Osterzeit (Abschiedsreden)
40. Tag nach Ostern: Christi Himmelfahrt
Novene zu Pfingsten

Pfingsten
eigentlich 8. Sonntag der Osterzeit
Christen feiern Geistsendung
Pfingstoktav entfiel, um die Osterzeit klarer zu gliedern