Montag, 11.10.2010  

 


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Martinus-Musik:
06.01.2011 - 19.00 Uhr
Prof. Werner Lechte - Marcel Brenneke

 


Eucharistie

Definition: Eucharistiefeier ist Danksagung während und durch das Mahl

Theologie:
Das Mahl ist die Ansammlung vieler Übertragungen. Es bedeutet:
1. Die Tischgenossen essen gleiches Brot, die Kommunion findet am gleichen Tisch statt.
2. Ehe
3. Familie
4. Bindungen über den Tod hinaus (Totenmahl)
5. Kommunikation untereinander und mit Gott
6. eschatologische Komponente beginnt erst mit Jesus Abendmahl

Das Mahl zum Gedächtnis des Herrn ist Vergegenwärtigung, Gemeinschaftsbildung untereinander und mit Christus. Dadurch sind die Christen aus allen Völkern herausgehoben.
Geschichte:
In der Urkirche war Eucharistie das Treffen am Abend, Sättigungsmahl und Totenmahl.
Ab dem 2. Jahrhundert änderte sich der Zeitpunkt des Treffens auf dem Morgen (Auferstehung am Morgen, Erstes Licht [Christus als das Licht der Welt]).
In den Ortsliturgien entwickelte sich die Eucharistie vom Sättingungsmahl zum Gedächstnis (Memoria = Hochgebet).

Orte:

Ambo ("das", von griechisch "Anabainein" = "Hinaufsteigen"; Das Ambo ist der Altar des Wortes. Von hier werden Lesungen und Predigt vorgetragen. In der Romanik entwickelte sich Epistel- und Evangelienamboseite)

Altar ("der", ursprünglich als Brandopferaltar, zeigt die Nähe zur Gottheit, daher Umschreiten, Inszensierung, Küssen, Verehren, Christus wird zum Eckstein und Altar, Tisch des Mahles)
Träger, Ämter, Rollen, Dienste:
jeder soll nur die Rolle ausführen, was ihm durch Amt und Auftrag zukommt.
Meßdiener:
Akkolyth = Träger von Kelch und Patene
Thurieferar = Träger von Weihrauch
Kommunionhelfer
Kantor
Chor
Organist
Küster
Priester
Diakon

Aufbau der Eucharistiefeier:
(ordo missae = Trient legte alles genauestens fest, nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist die Feier der Gemeindemesse vorgeschrieben. Es ist alles etwas freier wählbar.)

Eröffnung:
Introitus
großer Einzug stammt vom Papst-Gottesdienst, soll heute der Sammlung dienen
Begrüßung
Eröffnungsriten (individuelle und kollektive Sammlung)
Schuldbekenntnis/Bußakt (kann wegfallen)
[vor dem Zweiten Vat. Vormesse und Stufengebet]
[nach dem Zweiten Vat. Einladung, gemeinsames Schuldbekenntnis,
Vergebungsbitte]
Kyrie
Gloria
Tagesgebet ("Collecta")

Wortgottesdienst
älteste Form des Wortgottesdienstes ist Karfreitag
alle Sakramente werden nur mit Wortgottesdienst gefeiert.
1. Lesung (Altes Testament, Osterzeit: Apostelgeschichte oder Offenbarung)
Antwortgesang (Psalm)
2. Lesung (Neues Testament, Epistel, Apostelbriefe)
Ruf vor dem Evangelium (Halleluja, Fastenzeit: Christusruf)
Evangelium [Höhepunkt der Verkündigung, Segnung des Vorlesers,
Gemeinde steht]
Homilie (Predigt)
Credo
Fürbitten (Abschluss des Wortgottesdienstes, Aufbau: Kirche, Gemeinde, Staat,
einzelne Gruppen, Verstorbene; gemeinsames Gebet der Gemeinde,
Zustimmung durch Akklamation)

Eucharistiefeier (Gabenbereitung bis zur Entlassung)
Gabenbereitung (ursprünglich: teilen mit den Armen, heute: Herbeibringen der Gaben,
Bereiten des Tisches)
Gabengebet (Secreta)
Präfation (klassischer Dialog, danach Kerngedanke des Tages,
Kombinationsmöglichkeiten: 1.&3. Hochgebet: alle Präfationen,
2. Hochgebet: Präfation mit Heilsgeschichte
4. und neue Hochgebete: eigene Präfation
Hochgebet (= Lobpreis [Doxologie], Gedächtnis [Anamnese] und Bitte [Epiklese]
Hochgebete werden stellvertretend vom Priester für die Gemeinde
vorgelesen)
Aufbau des Hochgebetes:
Präfationsdialog
Sanctus
Postsanctus
Epiklese (auf Brot und Wein)
Einsetzungsworte (Wandlung)
Anamnese (Erinnerung)
Doxologie
Modelle: I. (eng am römischen "Kanon")
II. Gesamtschau des Mysteriums (Hippolyt)
III. Opfer Christi
IV. Heilstaten Gottes
Kinder
"Versöhnung" (für das Heilige Jahr 1975)
Votivmessen
4 schweizerische Hochgebete (1994)

Vater unser (nach Lukas oder Matthäus;
wurde durch Gregor zum Kommuniongebet um 600)
Friedensgruß
Brotbrechung/Agnus Dei
Kommunionausteilung
Besinnung
Danksagung
Schlussgebet (Postcommunio)
Entlassung

Gesänge in der Eucharistiefeier

Ordinariumsgesänge:

Kyrie: [griechisch, Bitt- und Huldigungsruf, Akklamation, Litanei, 500 in die römische Liturgie, 529 Synode von Vaison: Kyrie auch in Morgen- und Abendlob/Litanei, Gregor der Große versteht es trinitarisch (3x3), LEisen entwickeln sich durch Tropierung]

Gloria: [lateinisch, Christus-Hymnus, kommt aus der byzantinischen Laudes, in Rom nur beim Papstgottesdienst an Sonntagen und Märtyrerfesten, bis ins 12. Jahrhundert nur für Ostern und Primizfeiern; heute bei: Hochfesten, Feste, besondere Feiern, Sonntage außer Advents- und Fastenzeit]

Credo: [Symbolum, Hymnus, Sammlung von Glaubenssätzen, urspr. griechisch, jeder Katechumene musste den Text können, in der Westkirche: apostolisches Credo, in der Ostkirche: nizäisch-konstantinopolitanisches Credo, heute bei: Sonn- und Festtagen, Hochfesten]

Sanctus: [trishagion, Akklamation, stammt aus Jesaja 6,1-3, findet sich im jüdischen Morgengebet, in der Urkirche in der Laudes, erst im 5. Jahrhundert ins Hochgebet = Gemeinde fällt ins Hochgebet ein, Hosanna = Überleitung zum Benedictus, Text muss mit dem Messtext übereinstimmen]

Benedictus: [Einzug in Jerusalem, Canticum, Lobgesang des Zacharias, Höhepunkt der Laudes, früher getrennte Texte, heute mit Sanctus zusammen]

Agnus Dei: [Gesang zur Brotbrechung, Litanei, Akklamation, Text muss mit Messtext übereinstimmen]

Propriumsgesänge:

Introitus: [seit dem 8. Jahrhundert in der Liturgie, Psalm mit Antiphon aus denen sich die Bezeichnung der Sonntage ergibt, dient der Sammlung der Gemeinde]

Graduale/Antwortgesang: [seit dem 8. Jahrhundert in der Liturgie, Antiphon mit Versen, Reaktion auf Gehörtes, wird responsorial ausgeführt]

Halleluja: [seit dem 2. Jahrhundert in der Liturgie, Antiphon mit Vers, "Lobet Gott", beginnt mit Weihraucheinlegung, begleitet Evangelienprozession, NIE in der Fastenzeit: Dann Tractus/Christusruf, auch bei Requiem, Sequenzen (nur noch 5!) folgen nach dem Halleluja]

Christusruf/Tractus: [statt Halleluja in der Fastenzeit, Sologesang, Typusmelodie, meistens 2. oder 8. Ton]

Offertorium/Gabenbereitung: [Opfergang erst am 3. Jahrhundert, Gregorianik: Antiphon mit Versen, erster Ruhepunkt nach dem Wortgottesdienst]

Communio: [älter als Intoitus und Offertorium, Psalmverse mit Antiphon]