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Kirchenliedgeschichte:
Die Geschichte des Kirchenliedes beginnt im 8. Jahrhundert.
Die ersten Volksgesänge im Gottesdienst waren das Kyrie eleison (s. Liturgik/Eucharistiefeier), der Hymnus (s. Liturgik/Musica sacra) und die Sequenz (s. Liturgik/Musica sacra).
[Auf eine erneute Erklärung wird daher verzichtet.]
Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts gab es Einflüsse des weltlichen Volksliedes auf das deutsche Kirchenlied. So entstand das geistliche Volkslied. Geistlicher Minnegsang des 13./14. Jahrhundert hatte nur geringen Einfluß auf die Entwicklung des Kirchenliedes. Erst die deutsche Mystik (Johannes Tauler: "Es kommt ein Schiff geladen") bringt die ersten Einflüsse.
Wirkliche "Kirchenlieder" entstanden aber erst in der Refaormation. Die evangelische Kirche distanzierte sich von der lateinischen Sprache und daher wurden deutsche Messgesänge nötig. Luther selbst schrieb mehr als 30 Kirchenlieder. Größtenteils waren die Texte Übersetzungen aus dem Lateinischen. Viele Lieder waren aber auch in besonderer Weise für die zahlreichen Lese- und Schreibunkundigen gedacht, als Begegnungen mit Glaubensinhalten durch einfache, leichte Melodien und Texte. ("Vom Himmel hoch, da komm ich her", "Gelobet seist du Jesus Christ", "Verleih uns Frieden gnädiglich", "Gott sei gelobet und gebenedeiet", "Aus tiefer Not schrei ich zu dir")
1545 entstand das bedeutendste Gesangbuch der Reformationszeit, das "Bapst´sche Gesangbuch". Es enthielt bereits 80 Kernlieder, Grundlage zahlreicher Chor- und Orgelkompositionen.
Da die Katholische Kirche sich dem Kirchenlied nicht verschließen konnte und wollte, erschien auch auf katholischer Seite 1537 das erste Gesangbuch, herausgegeben von Michael Vehe. 1582 erschienen die "Psalmen Davids" des Kaspar Uhlenberg ("Nun lobet Gott im hohen Thron", "Herr, dir ist nichts verborgen", "Auf dich allein ich baue").
Das Konzil von Trient versucht 1563 den Bruch zur Reformation zu verhindern, wie wir heute wissen, ohne Erfolg.
Im Barockzeitalter (c.1620 - 1740) entfernt das katholische Kirchenlied sich mehr und mehr von der Heiligen Schrift und der Liturgie. Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit, von Wallfahrten, Heiligenverehrung, Rosenkrank und Kreuzweg finden eingang. Im Gesangbuch von David Gregor Corner von 1625 überwiegen noch die traditionellen Lieder. Friedrich von Spee gibt 1649 sein Liederheft "Trutz-Nachtigall heraus. Zu den bekanntesten Liedern von Spee gehören: "O Heiland, reiß die Himmel auf", "Zu Bethlehem geboren", "Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz", "Ihr Freunde Gottes allzugleich", usf.
Ein weiterer bekannter Dichter der Barockzeit ist Angelus Silesius. Von ihm stammen Lieder, wie "Mir nach, spricht Christus, unser Held", "Ich will dich lieben, meine Stärke" usf.
Das evangelische Kirchenlied kennt zu dieser Zeit Philipp Nicolai ("Wachet auf, ruft uns die Stimme", "Wie schön leucht uns der Morgenstern") und Joachim Neander ("Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehre").
In der Aufklärungszeit (c.1740 - 1850) entstehen neue Lieder. Hier sind vor allem zu nennen: Michael Denis ("Tauet Himmel den Gerechten"), und Franz Xaver Riedel ("Deinem Heiland, deinem Lehrer"). Aus dieser Zeit stammen auch Lieder, wie "Großer Gott, wir loben dich", "Maria, dich lieben, ist allzeit mein Sinn", "Alles meinem Gott zu Ehren" und "In dieser Nacht, sei du mir Schirm und Wacht". In dieser Zeit entstehen auch die sogenannten "Singmessen". Die bekannteste dürfte sein: "Wohin soll ich mich wenden" von Johann Philipp Neumann [aber von Schubert vertont, daher "Schubert-Messe"].
1803 erscheint das erste Parderborner Gesangbuch, darin "Heilig, heilig, wahrhaft heilig" und "Nimm, o Vater, was wir spenden". 1810 erscheint das Münsteraner Gesangbuch, herausgegeben von Christoph Bernhard Verspoell ("Heiligste Nacht", "Menschen, die ihr wart verloren", "O selige Nacht", "Wahrer Gott, wir glauben dir").
Das Kirchenlied in der Romantik (c.1850 - 1930) wendete sich sprachlich zurück. Der bedeutende Kirchenliedsammler Heinrich Bone gab 1847 sein Gesangbuch "Cantate" heraus. Hierin enthalten waren Lieder, wie "Zu dir, o Gott, erheben wir", "Nun singt ein neues Lied dem Herren", "Komm Schöpfer Geist, kehr bei uns ein", "Christi Mutter stand mit Schmerzen". Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die folgenden Lieder: "Ein Haus voll Glorie schauet", "Maria breit den Mantel aus", "Ein Danklied sei dem Herrn", usf.
An das neue Kirchenlied (ab 1930) wurden neue und strengere Maßstäbe angelegt. Inhalt und Form sollen dem jeweiligen Teil der Liturgie angemessen sein. In diesem Zusammenhang entstanden Lieder von Georg Thurmair ("Wir sind nur Gast auf Erden", "Laßt uns loben, Brüder loben"), Marie Luise Thurmair ("Nun bringen wir die Gaben", "Gott ist dreifaltig einer"), Erhard Quack ("Gelobt sei Gott in hohem Thron"), Heinrich Rohr (Deutsche Ordinarien), Adolf Lohmann "Herz Jesu, Gottes Opferbrand", "Macht weit die Pforten in der Welt").
Seit dieser Zeit entstand das Gotteslob 1975, was momentan in der Überarbeitung ist und viele Liederbücher mit "neuem geistlichen Liedgut", z.B. "Unterwegs", "Kommt und singt" usw. |